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Ein MRT zeigt, welchem Schlaganfall-Patienten die Spiegeltherapie nützt


Nicht alle Schlaganfall- Patienten profitieren von der Spiegeltherapie. Mit Hilfe eines MRT- Verfahrens lässt sich nun im Voraus erkennen, bei wem sich ein Therapieversuch lohnt. KÖLN (mut). In der physiotherapeutischen Rehabilitation nach Schlaganfall werden heute oft aktive den passiven Methoden vorgezogen. Allerdings sind diese oft zeitintensiv und erfordern eine gute Kooperation des Patienten.

Es wäre daher sehr praktisch, wenn man schon vor Therapiebeginn abschätzen könnte, ob ein bestimmter Patient von der Therapie profitiert, oder noch besser, welche Therapie für einen bestimmten Patienten die beste ist.

Mit Spiegeltherapie Patienten ausschließen, die keinen Nutzen haben

Zumindest bei der Spiegeltherapie lassen sich per struktureller MRT offenbar diejenigen Patienten ausschließen, die von der Therapie keinen Nutzen haben. Darauf hat Professor Farzin Hamzei von der Moritz Klinik in Bad Klosterlausnitz hingewiesen.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) in Köln präsentierte Hamzei Daten einer Studie mit 30 Schlaganfall-Patienten, von denen die Hälfte von der Spiegeltherapie profitiert hatte, die andere Hälfte aber nicht.

Bei der Spiegeltherapie bewegt ein Patient bekanntlich vor einem Spiegel seinen gesunden Arm und muss sich dabei vorstellen, er bewege den gelähmten Arm. Dadurch werden im Hirn Reorganisationsprozesse stimuliert.

Forscher um den Neurologen hatten nun strukturelle MRT-Daten der Responder und Nonresponder miteinander verglichen, und zwar über die sogenannte Läsionssubtraktionsanalyse. Dabei werden im Computer die Läsionsdaten aller Nonresponder übereinandergelegt, anschließend werden die Läsionen der Responder davon subtrahiert. Faserbahnen sind für einen Erfolg der Spiegeltherpie nötig.

Im Idealfall bleibt dann derjenige Bereich übrig, der die Nonresponse auslöst. Einen solchen Bereich konnten die Forscher um Hamzei tatsächlich identifizieren: Es waren bestimmte Faserbahnen, die vom Parietallappen und von temporalen Arealen in frontale Bereiche zogen.

Diese Bahnen sind offenbar für einen Erfolg der Spiegeltherapie nötig. Werden sie durch einen Schlaganfall geschädigt, kann man sich die Mühe mit der Therapie sparen. Hamzei äußerte die Hoffnung, dass man anhand einer genauen Analyse der MRT-Daten bei einzelnen Patienten in Zukunft sehen kann, welche Therapie die besten Erfolgsaussichten hat. Dazu müsse man aber noch genauer als bisher hinschauen, was für eine Parese der jeweilige Patient hat und welche Regionen im Gehirn geschädigt sind.


Quelle: www.springermedizin.de